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| enexoma Newsletter April 2010 |
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Frage nach wirtschaftlich sinnvollstem Kommunikationsweg |
Smart Metering ist zum zentralen Thema der Energiewirtschaft geworden und es kristallisieren sich bereits die grundlegenden Lösungsansätze heraus, die auch langfristig auf dem Markt existieren können.
Im Bereich der Hardware ist die Grundausrichtung des Systems bereits entschieden. Es hat sich herausgestellt, dass aufgrund der Kosten und vor allem der Investitionssicherheit nur ein Konzept mit getrennter Zähler- und Kommunikationstechnologie (Muc, o. Ä.) wirtschaftlich sinnvoll ist.
Im Bereich Software sind nur all diejenigen Lösungen wirtschaftlich sinnvoll und damit strategisch sicher, die mindestens webbasiert und protokollunabhängig agieren. Bei den Datenbanklösungen sind ausschließlich diejenigen Systeme relevant, die nicht nur die harte Datensicherung (Firewall, Verschlüsselung, etc.) gewährleisten, sondern ebenfalls Social Hacking verhindern können.
Bei der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von Datenbanken hat sich zudem herausgestellt, dass ein Eigenbetrieb eines großen Rechenzentrums für Smart Metering erst ab einem Volumen von 500.000 Endkunden wirtschaftlich tragfähig ist.
Während damit eine strategisch sinnvolle Entscheidung für viele Teilbereiche von Smart Metering bereits gefallen ist, verbleibt die Frage nach dem optimalen Kommunikationsweg.
Entscheidung über den Kommunikationsweg
Generell ist bei der Entscheidung über den Weg der Datenübertragung zu beachten, dass es bei der Werteübertragung nicht nur um die Weiterleitung der Daten an den für die Abrechnung zuständigen Bereich oder Dienstleister geht, sondern ebenfalls um die Verwirklichung der aktuellen Vertriebsanforderungen hinsichtlich der Darstellung der Daten für den Endkunden und weitere zukünftige Dienstleistungsprodukte der Energieversorger.
Grundsätzlich lassen sich bei der Kommunikation nach außen drei verschiedene Infrastrukturwege unterscheiden.
- Powerline Communication PLC
- GPRS / GSM und
- DSL
PLC
Wieso sollte ein Stadtwerk nicht sein Stromnetz als Kommunikationsweg für Smart Metering nutzen, wenn es ohnehin vorhanden ist? Diese oder ähnliche Sichtweisen haben in der Vergangenheit zur Entscheidung für Powerline bei Pilotprojekte im Bereich Smart Metering geführt. Aufgrund der dadurch gewonnen Erkenntnisse ist dieser Kommunikationsweg jedoch abzulehnen: einerseits werden elektronische Geräte durch die externen Powerline-Signale gestört und deren reibungslose Nutzung beeinflusst, andererseits werden entsprechende Systeme schon jetzt durch Wechselrichter negativ beeinflusst. Da zukünftig auch weiterhin von einem Anstieg an Solaranlagen auszugehen ist, wird sich diese Problematik weiter verschärfen. Zudem ist PLC an eine gewisse Infrastrutur-abdeckung im Einsatzgebiet gebunden. Nur wenn die Entfernung der einzelnen Zähler und deren Konzentratoren nicht zu groß ist, ist überhaupt eine Nutzung von PLC wirtschaftlich sinnvoll. Da jedoch die Zerklüftung der Kundenstruktur aufgrund neuer Energieversorger ansteigen wird, ist das Risiko ein solches Kommunikationsnetz aufzubauen und zu betreiben strategisch nicht sinnvoll. |
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GPRS/GSM
Die Kommunikationslösung Mobilfunk wird oft als teuer eingeschätzt. Dennoch ist dieser Weg aktuell am meisten am Markt nachgefragt. Hintergrund hierfür ist die Unabhängigkeit des Systems vom zur Verfügung stehenden Equipment beim Endkunden sowie die damit einhergehende Flexibilität in Ihrer Einsatzmöglichkeit. Diese Vorteile werden von einigen Nachteilen begleitet. Zum Einen sind die Module für die GPRS/GSM - Lösung kostspielig und verschlechtern damit die Wirtschaftlichkeit dieses Konzeptes. Zum anderen gibt es eine Vielzahl von Gebieten, wo die Verbindungsqualität vor allem aus Kellern, als unsicher einzuschätzen ist. Die Verbindungskosten sind hingegen – entgegen der verbreiteten Meinung – als eher gering einzustufen. Denn letztlich muss der Datensatz für die Abrechnung nur einmal monatlich für den Energieversorger übertragen werden. Eine Flatrate ist hierfür nicht notwendig. Voraussetzung ist jedoch eine entsprechende schaltbare Hardware, die momentan am Markt nur von einzelnen Herstellern angeboten wird.
DSL
Der für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle sinnvollste Kommunikationsweg ist aus Sicht des zukünftigen Datenvolumens fraglos über DSL. Nur dieser Weg bietet die Geschwindigkeit und das Volumen dafür, dass die Energieversorger aus der Vielzahl der zukünftig entstehenden Produkte uneingeschränkt auswählen können. Da diejenigen Kunden, die neue Dienstleistungen nachfragen, zumeist technikaffinen Charakter haben, wird DSL zukünftig für die Masse der Endkunden, die sich für Smart Metering und Smart Home interessieren grundsätzlich die wirtschaftlichste Lösung sein. Das Problem bei der DSL-Variante liegt allerdings in der Nutzung des Equipments des Endkunden. Da das System den Router des Kunden benutzt, kann dieser Weg durch z.B. das Abschalten einer Sammelsteckdose unterbrochen werden. Damit kommen für einen gewissen Zeitraum keine Daten für die Abrechnung an. Da in diesem Fall jedoch, bei entsprechender Vertragsgestaltung mit dem Endkunden, Ersatzwerte als Abschlagswert für fehlende Datensätze bis zum Abrechnungszeitpunkt angewendet werden können, ist das Problem eher untergeordneter Natur. Im Inhouse-Bereich bietet DSL zudem einen wesentlichen Vorteil gegenüber allen anderen Systemlösungen. Da sich in technikaffinen Haushalten ohnehin zumeist W-LAN befindet, wäre auch die weitere Kommunikation mit im Haus befindlichen Displays gelöst.
Zusammenfassung
Je mehr Dienstleistungen der Energieversorger künftig installieren und damit neue Geschäftsfelder entwickeln möchte, desto mehr ist die Datenkommunikation via DSL aufgrund ihres Geschwindigkeits- und Aufrüstungsvorteils im Inhouse-Bereich sowie Ihrer Flexibilität vorzuziehen. |
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